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Pregabalin und Cannabinoide
Pregabalin, allgemein bekannt unter dem Markennamen Lyrica, ist ein Medikament, das in erster Linie zur Behandlung von neuropathischen Schmerzen, generalisierten Angstzuständen und als Zusatztherapie bei partiellen Anfällen eingesetzt wird.
Pregabalin bindet mit hoher Affinität an die α2δ-Untereinheit der spannungsabhängigen Kalziumkanäle im zentralen Nervensystem (ZNS). Diese Bindung reduziert den Fluss von Kalziumionen in die Neuronen. Durch die Verringerung des Kalziumeinstroms hemmt Pregabalin die Freisetzung verschiedener erregender Neurotransmitter wie Glutamat, Noradrenalin und Substanz P. Diese Wirkung ist entscheidend für seine Rolle bei der Linderung neuropathischer Schmerzen und der Kontrolle von Krampfanfällen.
Obwohl Pregabalin dem Neurotransmitter GABA (Gamma-Aminobuttersäure) strukturell ähnlich ist, bindet es nicht direkt an GABA-Rezeptoren. Es kann jedoch die Synthese und Freisetzung von GABA steigern und so dessen hemmende Wirkung im ZNS verstärken. Die Verstärkung der GABA-ergen Übertragung trägt zu den angstlösenden Eigenschaften von Pregabalin bei und macht es zu einem wirksamen Mittel zur Behandlung von generalisierten Angststörungen.
Cannabinoide sind eine vielfältige Gruppe chemischer Verbindungen, die mit dem körpereigenen Endocannabinoid-System (ECS) interagieren und verschiedene physiologische und psychologische Wirkungen hervorrufen. In diesem Fall werden wir über synthetische Cannabinoide sprechen.
Synthetische Cannabinoide sind eine Klasse von Designerdrogen, die die Wirkung natürlicher Cannabinoide wie THC nachahmen, indem sie mit dem Endocannabinoidsystem (ECS) interagieren. Diese Verbindungen werden häufig auf Pflanzenmaterial gesprüht und geraucht, können aber auch in flüssiger Form durch Verdampfen konsumiert werden.
Ähnlich wie THC binden synthetische Cannabinoide hauptsächlich an CB1-Rezeptoren im Gehirn. Diese Rezeptoren sind Teil des ECS und an der Regulierung von Stimmung, Gedächtnis, Appetit und Schmerzempfinden beteiligt. Einige synthetische Cannabinoide haben auch eine Affinität zu CB2-Rezeptoren, die hauptsächlich im Immunsystem und in peripheren Geweben zu finden sind. Die Aktivierung dieser Rezeptoren kann die Immunreaktion und Entzündungen beeinflussen.
Synthetische Cannabinoide haben oft eine höhere Potenz als THC, was bedeutet, dass sie stärker an Cannabinoidrezeptoren binden. Dies kann zu intensiveren und unvorhersehbaren Wirkungen führen. Im Gegensatz zu THC, das ein partieller Agonist an CB1-Rezeptoren ist, wirken viele synthetische Cannabinoide als vollständige Agonisten. Das bedeutet, dass sie eine maximale Rezeptoraktivierung bewirken können, was zu stärkeren Wirkungen und einem höheren Risiko von Nebenwirkungen führt.
DieKombination von Pregabalin und synthetischen Cannabinoiden kann aufgrund ihrer Wechselwirkung mit dem Nervensystem eine Reihe von Wirkungen hervorrufen.
- Kognitive und motorische Beeinträchtigung: Die Kombination von Pregabalin und synthetischen Cannabinoiden kann zu erheblichen kognitiven Beeinträchtigungen führen, die das Gedächtnis, die Aufmerksamkeit und die exekutive Funktion beeinträchtigen. Auch die motorische Koordination kann stark beeinträchtigt werden, wodurch sich das Unfallrisiko erhöht.
- Störung der Schlafarchitektur: Synthetische Cannabinoide können die Schlafarchitektur verändern, indem sie den REM-Schlaf und die Tiefschlafphasen beeinträchtigen. Pregabalin wirkt sich ebenfalls auf die Schlafmuster aus, was in Kombination zu noch ausgeprägteren Störungen führen kann. Die Kombination kann zugrundeliegende Schlafstörungen verschlimmern und zu Zuständen wie Schlaflosigkeit, Schlafapnoe oder narkolepsieähnlichen Symptomen führen.
- Neurotoxizität: Synthetische Cannabinoide können Neurotoxizität verursachen, indem sie oxidativen Stress und Apoptose in Neuronen auslösen. Pregabalin kann diese Wirkungen verschlimmern, was zu einem erhöhten Risiko neuronaler Schäden führt.
- Angstzustände und Psychosen: Hohe Dosen oder die häufige Einnahme dieser Kombination können zu schweren Angstzuständen, Paranoia und sogar akuten Psychosen führen. Synthetische Cannabinoide sind besonders für ihr Potenzial bekannt, psychotische Episoden auszulösen.
- Herz-Kreislauf-Probleme: Beide Substanzen können die Herzfrequenz und den Blutdruck beeinflussen. Ihre Kombination kann zu verstärkten kardiovaskulären Effekten wie Tachykardie und Bluthochdruck und in schweren Fällen zu einem Herzinfarkt führen.
- Abhängigkeit und Entzug: Sowohl Pregabalin als auch synthetische Cannabinoide haben ein Missbrauchspotenzial. Ihre gleichzeitige Einnahme erhöht das Risiko, eine Abhängigkeit zu entwickeln und nach dem Absetzen Entzugserscheinungen zu erleben.

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